Auch in diesem Jahr war ich beim Reanimationsdialog des Deutschen Rates für Wiederbelebung (GRC) in Fürth dabei – und noch nie war der Kongress so groß wie diesmal: Der 8. Kongress hatte 400 Anmeldungen, damit die bisher größte Veranstaltung in der Geschichte des GRC. Schon beim Ankommen war spürbar, wie groß das Interesse an der Wiederbelebung inzwischen ist. Und eines muss man sagen: Der GRC hat diesen Kongress hervorragend vorbereitet und durchgeführt. Organisation, Themenauswahl, Struktur und Ablauf – alles war auf höchstem Niveau.
Motto 2025: Die ersten 3–5 Minuten sind entscheidend und die neuen Leitlinien standen im Fokus!
Fast jeder Vortrag drehte sich um eine zentrale Botschaft, die wir alle seit Jahren vermitteln: Die ersten 3–5 Minuten nach einem Herz-Kreislaufstillstand entscheiden über Leben oder Tod. Darum lag der inhaltliche Schwerpunkt am ersten Tag klar auf der Laienreanimation – und darauf, wie wir Menschen befähigen, in diesen ersten Minuten das Richtige zu tun.
Laienreanimation: Nicht viel Neues – aber wichtige Akzente!
Ein zentrales Thema war das Erkennen des Notfalls, denn daran scheitert es oft:
- Die Atmung soll möglichst mit Unterstützung des Leitstellendisponenten überprüft werden.
- Agonale Atmung (Schnappatmung) wird noch immer häufig falsch eingeschätzt.
- Nach Feststellen der Bewusstlosigkeit gilt: Sofort den Notruf absetzen.
Der Leitstellendisponent spielt dabei eine herausragende Rolle – er erkennt, lenkt, beruhigt und leitet die gesamte Reanimation an. Leider haben viele Leitstellen in den Städten oder Kreisen das noch nicht flächendeckend umgesetzt, hier müssen wir die Bereitschaft dazu einfordern.
Die Bedeutung der lebensrettenden Systeme
Die Vorträge machten eindrucksvoll deutlich, wie wichtig Erstretter-Systeme (z. B. App-basierte First Responder) inzwischen sind:
- Sie verkürzen die Zeit bis zum Beginn der Reanimation.
- Sie überbrücken die kritischen Minuten vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes.
- Sie erhöhen die Wahrscheinlichkeit früher Defibrillation.
Kurz gesagt:
Lebensrettende Systeme retten messbar Leben – und sie sind aus der modernen Notfallversorgung nicht mehr wegzudenken.
Klare Botschaften statt komplizierter Algorithmen
Der Ablauf bleibt im Kern unverändert:
PRÜFEN! RUFEN! DRÜCKEN!
Entscheidend ist, dass wir diese Schritte einfach, verständlich und motivierend vermitteln – damit möglichst viele Menschen im Ernstfall handeln.
Begegnungen und Rückmeldungen: „Laienreanimation kann jeder“ vor Ort
Besonders gefreut hat mich, dass mich einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf mein Projekt „Laienreanimation kann jeder!“ angesprochen haben.
Viele haben mich wiedererkannt und berichtet, dass sie meine Beiträge verfolgen oder meine Inhalte bereits nutzen.
Das war ein sehr persönlicher und motivierender Moment – und zeigt mir, wie wichtig Öffentlichkeitsarbeit in diesem Bereich ist.
Ein Vortrag der mich in den zwei Tagen besonders berührt hat
Unter den vielen starken Beiträgen gab es einen Vortrag, der mich emotional besonders gepackt hat:
Cynthia Pönnicke, Dipl.- Psych. aus Dresden aus sprach darüber, ob Angehörige während der Reanimation eines Kindes dabei sein sollten.
Ein Thema, das selten offen diskutiert wird – und doch eine enorme Bedeutung hat. Ihr Vortrag war:
- intensiv
- zutiefst berührend
- fachlich ausgezeichnet
- und menschlich herausfordernd
Er hat mich noch lange beschäftigt und eindrücklich gezeigt, dass Wiederbelebung nicht nur ein medizinisches, sondern immer auch ein menschliches Thema ist.
Mein Fazit
Der 8. Reanimationsdialog war inhaltlich stark, hervorragend organisiert und zugleich persönlich bereichernd.
Vor allem aber hat er die wichtigste Botschaft wieder in den Mittelpunkt gestellt:
Die ersten 3–5 Minuten entscheiden – und jeder kann Leben retten.
Für meine Arbeit bestätigt der Kongress, wie wichtig es ist, weiterhin Menschen zu erreichen, Ängste abzubauen und sie zu befähigen, in der entscheidenden Minute zu handeln.

















