Ein Defibrillator kann Leben retten. Aber mit der Anschaffung allein ist es nicht getan. Immer wieder sehe ich AEDs, die zwar gut sichtbar montiert wurden, bei denen sich aber niemand wirklich dafür verantwortlich fühlt. Dabei sollte ein Defibrillator genauso selbstverständlich regelmäßig kontrolliert werden wie ein Feuerlöscher oder eine andere wichtige Sicherheitseinrichtung.
Warum? Weil im Notfall keine Zeit für Überraschungen bleibt. Regelmäßige Sichtkontrollen sind wichtig, um beispielsweise zu überprüfen:
- Ist der Defibrillator noch an seinem vorgesehenen Platz?
- Ist er frei zugänglich und nicht zugestellt?
- Zeigt das Gerät eine Störung an?
- Sind die Elektroden vorhanden und noch verwendbar?
- Ist die Batterie bzw. der Akku einsatzbereit?
- Ist das Zubehör vollständig?
- Gibt es sichtbare Beschädigungen?
- Sind die vorgeschriebenen Kontrollen und Wartungen aktuell?
Und auch die Sicherheits-Technische-Kontrolle (STK) darf nicht vergessen werden. Sie stellt sicher, dass das Medizinprodukt die entsprechenden sicherheitstechnischen Anforderungen erfüllt und ordnungsgemäß betrieben werden kann. Auf dem abgebildeten AED ist beispielsweise eine STK bis 01.03.2029 dokumentiert. Solche Angaben sollten nicht irgendwo am Gerät „mitlaufen“, sondern Bestandteil einer festen Kontrolle sein.
Deshalb braucht jeder AED Verantwortliche!
Ob Sportverein, Unternehmen, Schule, Feuerwehr, öffentliche Einrichtung oder Veranstaltungsstätte: Es sollte mindestens eine – besser zwei – namentlich benannte Personen geben, die sich um den Defibrillator kümmern. Nicht erst dann, wenn jemand einen AED braucht. Sondern regelmäßig und vorbeugend. Denn was bringt der beste Defibrillator, wenn im entscheidenden Moment die Elektroden abgelaufen sind, der Akku leer ist oder das Gerät wegen einer Störung nicht einsatzbereit ist?
Wer einen Defibrillator anschafft, übernimmt auch eine gewisse Verantwortung dafür, dass dieser jederzeit einsatzbereit ist.
Anschaffen. Kennzeichnen. Verantwortlichkeit festlegen. Regelmäßig kontrollieren. Warten lassen. Und vor allem: Menschen im Umgang damit schulen.
Denn im Notfall zählt jede Sekunde.

