Baby- und Kinderreanimation

Die neuen Leitlinien zur Wiederbelebung.
Heute: Baby- und Kinderreanimation.

Die neuen Leitlinien zur Reanimation sind am 15. Oktober durch die Fachgesellschaften veröffentlicht worden. Alle fünf Jahre werden sie überarbeitet und damit auf den neuesten Stand der Wissenschaft gebracht. Hier bei uns ist der Deutsche Wiederbelebungsrat (www.grc-org.de) federführend in der Verbreitung der Anweisungen.

Insgesamt hat sich im Bereich der Baby- und Kinderreanimation nicht viel für den Laien geändert. Zusammenfassend kann man folgende Punkte herausnehmen:

– Der sofortige Beginn der Wiederbelebungsmaßnahmen führt dazu, dass der Patient (egal welchen Alters) eine gute und vor allem für das Gehirn bessere Überlebenswahrscheinlichkeit hat.

– Das Überleben des Patienten hängt von allen Beteiligten in der Rettungskette ab.

– Bei Säuglingen und Kindern steht häufig ein „Atemproblem“ im Vordergrund, welches im weiteren Verlauf zu einer lebensbedrohlichen Situation führen kann.

– Deshalb sollten man zwingend vor dem Beginn der Herzdruckmassage eine initiale Gabe von 5 Beatmungen durchführen. Hiermit wird das Blut mit Sauerstoff wieder etwas „aufgesättigt“, was dann in der Kombination mit der Herzdruckmassage, zu einer besseren Organversorgung.

– Ersthelfer, die in den Wiederbelebungsmaßnahmen bei Erwachsenen (z.B. Prüfen! Rufen! Drücken!) ausgebildet sind, jedoch über keine spezifischen Kenntnisse in der Wiederbelebung bei Kindern verfügen, können dem Ablauf für Erwachsene folgen. Denn die Folgen wären definitiv schlimmer, als wenn sie nichts unternehmen würden.

Ein Ablauf könnte so aussehen:

Reaktion? Nein?

->Hilferuf!

Atemwege öffnen

Keine normale Atmung? Nein?

->5 initiale Beatmungen

Lebenszeichen? Nein?

->15 Herzdruckmassagen

->2 Beatmungen

->15 Herzdruckmassagen

->2 Beatmungen

usw… Nicht aufhören bis Hilfe eintrifft!

Wichtig: Bei Thoraxkompressionen soll der untere Teil des Brustbeins mindestens um ein Drittel des Brustkorbdurchmessers bzw. um 4cm beim Säugling und 5cm beim Kind, komprimiert werden.

Jens Schilling

Quelle: European Resuscitation Council Guidelines for Resuscitation 2015.

Kapitel 6. Lebensrettende Maßnahmen bei Kindern („Paediatric life support).

www.grc-org.de

Nachtrag vom 22.10.2015:
Die neuen Leitlinien zur Wiederbelebung.
Heute: Nachtrag zum Thema Kinderreanimation.

Zu meinem Eintrag über die Wiederbelebungsmaßnahmen bei den Kindern und Babys kam es vereinzelt zu Nachfragen bzgl. der Beatmung und der Herzdruckmassage bei Kindern. Hier noch einmal eine kurze Anmerkung (natürlich im Rahmen der Leitlinien).
Bei Säuglingen und Kindern steht häufig ein „Atemproblem“ im Vordergrund, welches im weiteren Verlauf, zu einer lebensbedrohlichen Situation führen kann. Durch den daraus entstehenden Sauerstoffmangel im Blut, bei einer länger anhaltenden Atemnot, kommt es im weiteren Verlauf zu einem Abfall der Herzfrequenz. Diese brauchen die Kinder aber im Besonderen für die Aufrechterhaltung der Durchblutung von den verschiedenen Organen.

Deshalb sollten man hier zwingend vor dem Beginn der Herzdruckmassage eine initiale Gabe von 5 Beatmungen durchführen. Hiermit wird das Blut wieder mit Sauerstoff „aufgesättigt“, was dann in der Kombination mit der Herzdruckmassage, zu einer besseren Organversorgung mit führt.
Der Rhythmus von Beatmung und Herzdruckmassage liegt hier, nach den fünf Initialbeatmungen, bei 15 : 2.
Helfer, die in den Erwachsenenleitlinien zur Wiederbelebung ausgebildet sind, aber keine speziellen Kenntnisse in der „Kinderversorgung“ haben, können auch den Erwachsenenrhythmus von 30 : 2 übernehmen.
Das macht es im Notfall einfacher und soll dazu führen, dass die Helfer im Notfall eingreifen, anstatt einfach vorbei zu gehen.
JS.

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